Die Camera Work Gallery (CWC) residiert in der ehemaligen jüdischen Mädchenschule in Berlin und zeigt in ihren hellen Räumen anspruchsvolle Fotokunst. So verwundert nicht, dass wir dort auf eine Ausstellung aufmerksam wurden, die sich um Supermodels und Topfotografen dreht. Natürlich untersucht Ihre SCHWARZWEISS die fulminanten Arbeiten, die dort ausgestellt sind, detailliert und vor allem informativ. Dabei geht es uns nicht darum, berühmte Fotografen durch einen weiteren Beitrag zu ehren. Vielmehr sollen Arbeitsanalysen vorgenommen werden, Lichtführung untersucht und vor allem die kleinen Tricks am Rande der Arbeitsprozesse nachvollziehbar gemacht werden.
Verwunschene Welt – Ilona HeinrichEine besonders reizvolle Arbeit erreichte uns mit den Fotos von Ilona Heinrich. Sie stellt erfolgreich und zahlreich in der fotocommunity aus und es gelingt ihr, Landschaften und Momente in fast schon lyrischen Stimmungen festzuhalten. Dazu nutzt sie zum Teil gekonnt auch Mittel der Verfremdung, die sie aber so subtil einsetzt, dass sie niemals maniriert wirken. Ihre Verfremdungen weichen alle etwas von so genannt sauberer Bildsprache ab. Selbst scheinbare Verunreinigungen im Foto nutzt sie sensibel, um eine verwunschene Bilddramaturgie zu realisieren.
Street Stories – Matej Peljhan
Ein schwerer Unfall in der Kindheit änderte das Leben des Slowenen Matej Peljhan dramatisch. Doch ungeachtet aller Schmerzen und Komplikationen, die er erleiden musste, entschied er sich, seinen Weg im Leben zu gehen. Mit der Fotografie widmete er sich in stark durchkonzipierten Projekten unterschiedlichen Themenfeldern, die zum Teil eng mit seinem Beruf als Therapeut verknüpft sind. „Street Stories“ repräsentiert die intuitive, unkonzeptionelle Seite seines kreativen Schaffens und zeigt zugleich seinen sensiblen Blick für die Menschen in alltäglichen Situationen.
Eine biblische Reise – 600 Kilometer zu Fuß durch Äthiopien (Mario Gerth)
Der Fotograf, der zusammen mit seiner Frau völlig spontan in das Abenteuer „600 Kilometer zu Fuß durch Äthiopien“ gesprungen war, wurde in sechs Wochen selbst ein Teil dieser Welt und fotografierte sie. Erst Monate später entdeckte er, dass er Bilder gemacht hatte, die ihn an Geschichten aus der Bibel rinnerten. Entstanden sind stimmungsvolle Symbiosen von Mensch und Natur, abgebildet in wunderbaren Kompositionen, die viel Raum für Interpretation und für eigene Geschichten im Kopf lassen.
Leica – 100 Jahre in Schwarzweiß
2014 ist das Jahr der Geburtstage. Die Fotografie feiert den 175sten und die Leica ihren 100sten. Aber wir wollen hier nicht einfach eine oft gehörte Geschichte nacherzählen, sondern selbst erleben, was sich in dem einen Jahrhundert Kleinbildfotografie getan hat. So treten hier zum Vergleich die Leica 0-Serie – ein Nachbau der ersten Leica Vorserienmodelle – und ihr digitaler Nachfolger von 2014 an. Logisch, dass wir uns dabei für die rein schwarzweiße Leica M Monochrom entschieden haben.
Die digitale Dunkelkammer – Bildbearbeitung für die Schwarzweiß- fotografie leicht gemachtIn dieser Ausgabe demonstriert Ihnen Rolf Walther, wie man ein Motiv mit starkem Gegenlicht und entsprechend hohem Kontrast zu einer brillanten Schwarzweißfotografie ausarbeitet. Wir werden dabei sehen, welch erstaunlich hoher Informationsgehalt bei angepasster Belichtung und Ausarbeitung in einer RAW-Datei stecken kann. Gerade bei der Landschaftsfotografie werden wir häufiger mit derartigen Motiven konfrontiert und es wäre schade, aus Unkenntnis bezüglich der Möglichkeiten optimaler RAW-Konvertierung und ausgefeilter Bildbearbeitung auf ein gutes Foto verzichten zu müssen.
Lochkamera Marke Eigenbau – Fotografie der Entschleunigung
Von Zonensystem und Hochauflösungsfotografie zur Lochkamera – Ralf Sänger ist nach 40 Jahren Fotografenleben einen Weg gegangen, der zu Entschleunigung, Erfindertum und zur Lust am Unperfekten führte. In den vergangenen Monaten baute er sich auf dem heimischen Küchentisch sage und schreibe 36 Lochkameras und beschäftigte sich intensiv mit dieser ursprünglichen Form der Fotografie. Herausgekommen sind nicht nur spannende Bildergebnisse, sondern auch ein reicher technischer wie kreativer Erfahrungsschatz, den er gerne weitergibt.
Lesergalerie – Spiegelungen
Spiegelungen als fotografisches Stilmittel eröffnen zahlreiche kreative Ausdrucksformen: sie stiften optische Verwirrung und spannende Perspektivwechsel, sorgen für eine grafische Wirkung und können nicht zuletzt auch zu einer tieferen, vielleicht sogar philosophischen Bildaussage führen. Unsere Lesergalerie zeigt, dass Spiegelungen in den unterschiedlichsten Genres eingesetzt werden können – eine fotografische Spielwiese also, die die Teilnehmer unseres Wettbewerbs fleißig und mit Erfolg beackert haben.
