Landschaftsplanerisch unmittelbar einsetzbare tierökologische Daten zur "Zivilisationslandschaff", immerhin 85-90 Prozent der Fläche der Bundesrepublik Deutschland, existieren kaum. Bei dem Gesamtprojekt "Tierwelt in der Zivilisationslandschaft" wird daher versucht, auf einem repräsentativen, 31 Quadratkilometer großen Landschaftsausschnitt entsprechende Inhalte zu ermitteln. Auf der Basis von flächendeckenden faunistischen Erhebungen sowie von aut- bzw. funktionsökologischen Analysen werden Zusammenhänge zwischen den Biotoptypen, menschlichen Nutzungsformen und intensitäten, Landschaftselementen, Habitatstrukturen und ihrem Stellenwert für die Nutzung bzw. Nutzbarkeit durch die verschiedenen Tierarten/-gruppen aufgezeigt.
Nachdem 1989 als erstes Resultat dieser Studie ein Band zur Raumeinbindung und Biotopnutzung der Säugetiere und Vögel vorgelegt werden konnte, werden in diesem Teilband die Ergebnisse zu den Reptilien und Amphibien zusammengefaßt.
Aus den Besprechungen des 1. Teil-Bandes:
Das Ergebnis ist in vieler Weise richtungsweisend, insbesondere weil hier nicht ein Sondergebiet, sondern eine "Durchschnittslandschaft" bearbeitet wurde. So sind die Schlußfolgerungen von grundsätzlicher Bedeutung und übertragbar für große Teile der mitteleuropäischen Zivilisations(!)landschaft.
Berichte der Deutschen Sektion des Intern. Rates für Vogelschutz 1990Für lokale und regionale Landschaftsplanungen bieten solche Erhebungen eine unverzichtbare Beurteilungsbasis; sie erfordern zwar einen immensen Arbeitsaufwand. Aber: 80-90% unserer Landesfläche sind "Zivilisationslandschaft"; hier finden großflächig die meisten Landschaftsveränderungen statt; hierauf muß sich das Augenmerk des Naturschutzes richten.
Beiträge zur Naturkunde Niedersachsens 1989Die Bedeutung des Buches liegt in dem aufgezeigten synökologischen Ansatz, der vor allem sinnvolle Wege zeigt, wie tierökologische Daten für die Landschafts- und Naturschutzplanung aufbereitet werden können.
Berliner Naturschutzblätter 1989
Alles in allem seit BEZZELS "Vögel in der Kulturlandschaff (1982) ein wichtiger Schritt im Naturschutz außerhalb des Bannkreises der Roten Listen. Man darf auf den Fortgang des Gesamtprojekts sehr gespannt sein.
Journal für Ornithologie 1990
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